China

China

Highlights

NotizPosted by michael Sun, February 07, 2016 04:53
Nun, da das Rätsel gelöst worden ist - herzlichen Glückwunsch auch von mir - kann ich ja mal ein paar Reiseinterna ausplaudern.

Romi ist bekanntlich die Leisereiterin. Doch dieses Amt ist kein Ruhekissen. Jeden Tag muss mindestens ein Highlight her. Und woran erkennt man ein Highlight? Ganz einfach: Es müssen mindestens fünf Fotos davon gemacht worden sein. Zugegebenermaßen kein sehr hoher Anspruch, besonders wenn man weiß, dass Elli jeden Tag hunderte Fotos schießt. Aber es hat bis jetzt trotzdem gut funktioniert:

Vor drei Tagen das Mausoleum eines Königs der Nan yue, die vor ca. 2000 Jahren in Südchina gewohnt haben. Das Grab wurde Anfang der 80er Jahre bei Bauarbeiten entdeckt und war scheinbar fast so eine Sensation wie Tuts Grab in Ägypten. Als Zugabe gab es noch die lustigen Kissen, die allerdings nicht ganz so alt sind.


Vor zwei Tagen unser erster Umzug in ein neues Hotel. Dieses zu finden war genauso schwer wie beim ersten Mal. Befragt man die einschlägigen chinesischen Suchmaschinen, so kommen durchaus unterschiedliche Ergebnisse zustande. Wir hatten uns jedenfalls auf einen Ort geeinigt, an dem sich ein anderes Hotel befand und das sich nur unweit unseres Hotels befinden sollte. Wir suchten alles im Umkreis ab, befragten Passanten, die uns alle auf die Insel Shamian schicken wollten (dummerweise führte nämlich das Hotel auch dieses Wort in seinem Namen, wahrscheinlich um an Reputation zu gewinnen), Romi "freundete" sich sogar mit der Rezeptionistin per WeChat an (eine Art chinesisches WhatsApp), um eine Wegbeschreibung zu erbeuten. Schließlich gelang es mir mithilfe eines (wahrscheinlich) arabischen Weltenbummlers, der auch englisch und chinesisch konnte und außerdem Smartphone-Besitzer war, und einer chinesischen Postbank-Angestellten, neue Informationen zu bekommen. Die besagten, nehmt den Bus 110, fahrt drei Haltestellen, und da isses dann in ca. 100 m Entfernung. Nachdem wir dann noch eine Weile an der falschen Bushaltestelle rumgestanden hatten und schließlich bemerkten, dass es sich beim Bus 110 um einen O-Bus handelte, den Oberleitungen gefolgt waren und schließlich den Bus ausfindig gemacht hatten, war der Rest fast ein Kinderspiel. Das alles war aber gar nicht das Highlight (höchstens ein negatives), sondern der abendliche Ausflug auf die Insel Shamian mit Skat im Starbucks (ohne Rausschmiss) und das anschließende Bad in der Menge.
Denn wir befinden uns gerade in der Woche des Chinesischen Neujahrs (übrigens das Jahr des Affen), was die Einheimischen dazu bringt, sich zusammenzuballen, sich lustige Sachen in die Haare zu stecken, leckeres Essen zuzubereiten (und dann zu essen) und zu laute und nach unseren Maßstäben ungenießbare Musik abzuspielen.


Gestern dann unser Ausflug nach Foshan. Dort steht ein großer Tempel, wo die Einheimischen ihre Ahnen verehren und auch sonst einiges geboten wird:




Diese Löwen bringen Glück, werden mit Geld gefüttert und vollführen artistische Kunststücke. Durch Zufall haben wir am Vortag zwei Jungs beim Training beobachten können.



Aus naheliegenden Gründen besteht das Pärchen wahrscheinlich immer aus einem starken und einem leichten Akteur. Ob im folgenden Bild der starke oder der leichte Teilnehmer gezeigt wird, ist mir nicht bekannt.


Außerdem konnten wir noch eine Vorführung in martial arts bestaunen. Am Schluss hat der Beste noch sein Können an einem Kind demonstriert. Doch der Kleine ließ sich nicht entmutigen und kam immer wieder...